Auffallen in der Reizüberflutung

Warum gutes Design keine Gefälligkeit ist

Deutschland ist voll von Logos, die aussehen wie Gruppenarbeiten aus der 10. Klasse. Gemacht vom Neffen, vom Nachbarn oder vom Tätowierer, „der ja zeichnen kann“. Die Absicht ist gut – das Ergebnis selten. Denn was als Sparmaßnahme beginnt, endet meist in jahrelanger Mittelmäßigkeit. Das Logo ist zu komplex, es gibt keine Folienfarbe, daher teure Produktion, zu flach, um hängenzubleiben. Und die Website? Ein Baukasten voller Effekte, aber ohne Richtung, funktioniert technisch, aber verkauft nichts.

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Der Hintergrund:

Warum Design kein Schmuck ist

Design ist keine Dekoration. Es ist Strategie – übersetzt in Form, Farbe und Funktion. Unser Gehirn liebt Einfachheit. Es sucht Fixpunkte, nicht Feuerwerke. Über 80 % aller Reize filtern wir unbewusst heraus, weil sie uns überfordern oder keinen Kontext haben. Ein überladenes Logo oder eine überreizte Website wirken nicht kreativ, sondern anstrengend. Was das Auge nicht fokussieren kann, kann das Gehirn nicht behalten. Design, das funktioniert, reduziert Komplexität und lenkt Aufmerksamkeit – auf das, was zählt: Vertrauen und Klarheit.

Was da ist Bleibt

Das Prinzip „Erst mal was haben.“

„Mach mal schnell ein Logo.“ „Bau mir eine Seite, Hauptsache online.“ Alibi statt Erfolg. So entstehen Auftritte, die aussehen wie Kompromisse – und sich auch so anfühlen. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck. Wenn der Auftritt nicht überzeugt, wird man gesehen – und vergessen. Schneller, als der Klick dauert. Google nennt das „Relevanz“. Wir nennen es „Resonanz“. Denn Menschen folgen Marken, die sie verstehen – nicht denen, die einfach nur da sind.

So wie Alle?

Warum Kopieren kein Können ist

Nur weil jemand ein Grafikprogramm bedienen kann, heißt das nicht, dass er Gestaltung versteht. Würdest du dich von jemandem operieren lassen, der „mal eine Doku über Chirurgie gesehen“ hat? Oder dir die Haare von einem „begnadeten Bastler“ schneiden lassen? Ich hab Buntstifte, ich schminke dich mal eben. Klingt eher nach Kindergeburtstag, warum vertraust du dann deine Marke, deine Zukunft und deinen Erfolg einem Zufall an? Erfahrung schützt vor Fehlern, die du erst siehst, wenn es längst zu spät ist. Ein Designfehler ist keine Kleinigkeit und theoretisch dürftest du dich auch vor Gericht selber vertreten, doch ist das klug?

Die Falle des Mittelmaßes

Mittelmaß ist bequem. Man merkt es erst, wenn der Wettbewerb vorbeizieht. Ein durchschnittlicher Markenauftritt zieht Durchschnitt an: durchschnittliche Kunden, durchschnittliche Preise, durchschnittlichen Erfolg. Markenpsychologisch ist das erklärbar: Unser Gehirn fixiert, was hervorsticht – nicht, was mitschwimmt. Reizüberflutung löscht Wahrnehmung. Nur Klarheit bleibt hängen.

Recht, Risiko und Realität

Die zweite große Gefahr: Stockelemente, gestohlene Ideen, falsche Lizenzen. Ein unbedachter Griff in die Google-Bildersuche oder eine KI-Grafik ohne Nutzungsrechte – und schon wird aus der Sparidee ein Haftungsfall. Abmahnungen, Lizenzforderungen, Schadensersatz – alles reale Szenarien. Die Verantwortung liegt nicht beim Azubi, sondern beim Auftraggeber. Professionelle Agenturen sichern Projekte rechtlich ab, führen Nutzungsnachweise, prüfen Markenregister und tragen im Zweifel Haftpflicht. Das ist kein Luxus, sondern Versicherung gegen Dummheit.

Warum KI NIE ein Kreativdirektor sein kann

KI kann berechnen, vergleichen, analysieren. Aber sie kann nicht fühlen. Sie erkennt Muster – nicht Magie. Sie weiß, was funktioniert, aber nicht, warum es berührt. Kreativität entsteht aus Widerspruch, Erfahrung, Haltung und Humor – nicht aus Statistik. Darum braucht KI Führung, nicht Freiheit. Ideen müssen geführt, nicht generiert werden.

ZUM INSIGHT KI IN DER WERBUNG

Im Insight CMS - WordPress oder Pimcore finden sie einen interesannten Absatz über KI im Webdesign und dessen Gefahren.

Frisch ist oft das andere Wort für unerfahren.

Der Wert von Erfahrung

Erfahrung ist unsichtbar – aber sie verhindert Budgetverschwendung und manchmal sogar Katastrophen. Sie weiß, welche Farbe auf welchem Material kippt, warum eine Linie zu dünn ist, und welche Emotion ein Schriftzug auslöst. Erkennt Fehler, bevor sie jemand bezahlt und sorgt dafür, dass Design nicht nur schön aussieht, sondern verkauft – auf Folie, Stoff, Bildschirm und Print. Erfahrung ist kein Kostenfaktor. Sie ist die billigste Versicherung, ie du je abschließen kannst.

Die Wahrheit liegt dazwischen.

Intern oder extern? 

Viele Unternehmen fragen sich: „Sollen wir unser Marketing selbst machen?“ Die Antwort lautet: teilweise. Eine interne Person oder Abteilung ist Gold wert – als Verbindung zwischen Markt, Vertrieb und Agentur. Sie kennt die Prozesse, spürt Stimmungen, erkennt Prioritäten. Aber: Nähe macht blind.

Wer täglich dasselbe sieht, hält das Normale für das Besondere. So entstehen Broschüren voller Selbstverständlichkeiten und Texte ohne Spannung. Man schreibt aus Sicht des Unternehmens und nicht aus der Sicht des Kunden.

Externe Partner bringen den Blick von außen, neue Impulse, Vergleichswerte und das, was intern selten bleibt: Ehrlichkeit. Sie sagen, was funktioniert – nicht, was bequem ist. Sie sind skalierbar, werden nicht krank, nicht betriebsblind, und sie müssen jedes Ergebnis neu beweisen. Das hält wach – und wirkungsvoll.

Ein Beispiel? Stell dir vor, du müsstest über dich selbst ein Bewerbungsgespräch führen. Würdest du objektiv beschreiben, wo du stark bist – und wo nicht? Wohl kaum. Genau so ist es im Marketing.

Eine Erfahrung, die uns ein Kunde von der TUI mal berichtete: Die schlechtesten Verkäufer haben oft die meisten Prospekte und oft auch die schönsten. Eben als Alibi für die Geschäftsleitung.

Und noch ein Gedanke zur Spezialisierung: Branchenberater, die „hunderte Betriebe“ betreuen, kennen Abläufe – aber selten Alleinstellungsmerkmale. Wenn alle dieselben Ideen bekommen, verliert die beste davon ihren Wert. Das ist, als würdest du die Lottozahlen von Samstag allen vorher verraten – niemand gewinnt wirklich. Funktionierende Ideen lassen sich branchenübergreifend eher nutzen. Für große Kunden arbeiten wir sogar mit Buchenausschluss. Das heißt, er hat uns in seiner Branche exklusiv. Möchten Sie ein Ehepartner von vielen sein? Eben, sie wollen die volle Aufmerksamkeit.

Marken wachsen nicht durch Nachahmung, sondern durch Charakter. Darum gilt: Interne Kompetenz + externe Perspektive = Wirkung. Wer beides hat, ist unschlagbar.

Wie findet man die Passende Agentur?

Wie man die richtige Agentur auswählt – und woran man Qualität tatsächlich erkennt – haben wir im Insight zur Agenturauswahl zusammengefasst. Er zeigt, welche Kriterien wirklich zählen und wie man Mittelmaß von Kompetenz unterscheidet.“

zum Insight
Fazit

Verstand schlägt Mittelmaß

Ein gutes Design kostet Geld. Ein schlechtes kostet unter Umständen die Zukunft. Marken brauchen Haltung, nicht Harmonie. Ein Design, das jedem gefällt, bewegt niemanden. Das Marketing hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens. Daher ollten Sie bei der Wahl Ihrer Agentur dieselben strengen Maßstäbe anlegen, wir bei der Einstellung einer Führungskraft. Diese Position würde kein verantwortungsvoller Kaufmann mit einer Aushilfe besetzen.

„Wie stark Struktur, Technik und Systemwahl die Wahrnehmung einer Marke beeinflussen, zeigt unser Insight zur CMS-Entscheidung. Dort erklären wir, warum eine Website nicht einfach ‚funktionieren‘ muss – sondern strategisch und technisch anschlussfähig sein muss, um in KI-gestützten Suchsystemen überhaupt noch relevant zu bleiben.“

ZUM INSIGHT CMS UND WEBSEITEN

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Mittelmaß wirkt selten sofort schädlich. Es fühlt sich bequem an, weil nichts akut brennt – aber genau darin liegt die Gefahr. Menschen gewöhnen sich an ein gewisses Qualitätsniveau und vergleichen unbewusst. Wenn ein Unternehmen über längere Zeit nur durchschnittliche Leistungen, Designs oder Prozesse bietet, verliert es Relevanz, ohne es zu merken.

Wettbewerber, die klarer, sichtbarer oder strukturierter auftreten, werden wahrgenommen – selbst bei gleichen Preisen. Mittelmaß führt deshalb nicht zu einem plötzlichen Absturz, sondern zum schleichenden Verlust an Vertrauen, Anfragen und Weiterempfehlungen. Es ist der Beginn eines Prozesses, der schwer rückgängig zu machen ist.

„Ich hab da jemanden“ klingt pragmatisch – ist aber meistens ein Zeichen für fehlende strategische Tiefe. Ein Bekannter, der „auch Webseiten macht“, „auch Logos kann“ oder „auch Social Media“ übernimmt, arbeitet fast immer ohne Messsysteme, ohne psychologische Grundlagen und ohne strukturellen Markenbogen.

Das Ergebnis wirkt von außen oft solide, hat aber keine Wiedererkennbarkeit, keine klare Rollenverteilung im Markt und keine narrative Führung. Marken verschwinden damit in der Austauschbarkeit.

Gefährlich ist nicht das Logo oder die Website an sich – gefährlich ist, dass Unternehmen glauben, damit sei der Job erledigt.

Warnsignale treten selten laut auf. Typische Indikatoren sind:

– Kommunikation wirkt unklar oder beliebig

– Die Marke erzählt nichts über Haltung oder Nutzen

– Inhalte ähneln denen anderer Anbieter

– Kunden vergleichen nur noch über Preis

– Social Media generiert Aufmerksamkeit, aber keine Wirkung

– Projekte dauern länger, weil Strukturen fehlen

– Entscheidungen drehen sich im Kreis

Wenn mehrere dieser Punkte auftreten, befindet man sich meist im frühen Stadium eines mittelfristigen Relevanzverlustes. Der gefährlichste Punkt: Man merkt es selbst oft als Letzter.

Weil mittelmäßige Ergebnisse sich schleichend einschleichen. Menschen gewöhnen sich an das, was sie täglich sehen. Kognitive Verzerrungen wie der „Familiarity Bias“ und der „Commitment Bias“ verstärken das Problem: Was man selbst bezahlt hat oder was man oft sieht, wird automatisch positiver bewertet.

Erst wenn Konkurrenz präziser kommuniziert oder Kunden abspringen, wird die Diskrepanz sichtbar – aber dann hat die Marke bereits Vertrauen und Wirkung verloren.

Menschen bewerten nicht objektiv. Sie bewerten anhand von Mustern, Erwartungen, Signalen und Vergleichsrahmen.

Wenn eine Marke unklar, beliebig oder inkonsequent wirkt, ordnet das Gehirn sie automatisch in niedrigere Qualitätsstufen ein – auch wenn das Produkt gut ist.

Wahrnehmung entsteht durch Wiederholung, Kontrast, Reibung, Klarheit und Relevanz.

Mittelmaß hat keines dieser Elemente. Es ist strukturell unauffällig. Dadurch entsteht kein Gedächtniswert – und ohne Gedächtniswert keine Marke.

KI-Systeme bewerten Inhalte nicht nach Sympathie, sondern nach Struktur, Relevanz und Datenqualität.

Marken, die „irgendwie gemacht“ wurden – ohne klare Informationsarchitektur, ohne narrative Stringenz, ohne nutzerzentrierte Struktur – liefern der KI wenig verwertbare Signale.

Das führt zu geringer Sichtbarkeit in SGE/KI-Suchen.

Mittelmaß wird damit nicht nur menschlich schlecht erinnert, sondern technisch kaum noch ausgespielt.

Die Marke verschwindet doppelt: aus Köpfen und aus Suchsystemen.

Nicht mit „mehr Content“ oder „schönerem Design“, sondern durch Klarheit:

– klare Positionierung und Haltung

– psychologisch nachvollziehbare Markenführung

– konsistente Bild- und Sprachwelt

– strukturierte, präzise Kommunikationslogik

– professionelle technische Basis

– Wiedererkennbarkeit durch klare Signale

Mittelmaß verschwindet nicht durch Aktionismus, sondern durch Struktur.

Erst wenn Nutzen, Persönlichkeit und technische Basis zusammenpassen, entsteht wieder Relevanz.

Weil viele mittelständische Unternehmen in der täglichen operativen Last untergehen. Entscheidungen werden pragmatisch statt strategisch getroffen. Projekte erhalten „eine Lösung“ – aber nicht die richtige Tiefe.

Zudem herrscht oft der Gedanke „wir brauchen das nicht so professionell wie die Großen“.

Doch genau diese Lücke nutzen Wettbewerber.

Mittelmaß entsteht nicht bewusst, sondern durch alltägliche Kompromisse.

Die Summe dieser Kompromisse entscheidet über die Wirkung im Markt.

Über diese Insights

Die hier veröffentlichten Insights befassen sich mit strategischen Entscheidungsfragen rund um Marke, Marketing und Kommunikation. Sie analysieren Strukturen, Wirkmechaniken und typische Fehlannahmen, die in unterschiedlichen Unternehmensphasen auftreten können – basierend auf unserer langjährigen Erfahrung aus zahlreichen Projekten.

Insights liefern keine allgemeingültigen Rezepte, weil es sie nicht gibt.

Stattdessen schaffen sie Verständnis für Zusammenhänge, hinterfragen gewohnte Denkmuster und zeigen, warum wirksame Kommunikation heute Analyse, Erfahrung und fachlich fundierte Konzepte erfordert. Die Inhalte basieren auf Beobachtungen und Erkenntnissen aus über drei Jahrzehnten praktischer Arbeit im Marketing- und Kommunikationsumfeld. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern machen Denkmodelle und Zusammenhänge sichtbar, die langfristige Wirkung entfalten können.

Entstanden sind diese Perspektiven im Kontext realer Projekte und Fragestellungen, wie sie Unternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung im deutschsprachigen Raum begegnen. Aus Gründen der Vertraulichkeit und Compliance können viele dieser Erkenntnisse nicht anhand eigener Projekte dargestellt werden und werden daher teilweise anhand externer Beobachtungen, Kampagnen oder öffentlich zugänglicher Beispiele erläutert.

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