1. Hintergrund

klassische Positionierung reicht nicht aus

Klassische Positionierung erklärt, wie eine Marke im Markt stehen soll: Preis, Qualität, Nutzen, Differenzierung.

Neuromarketing erklärt, warum Menschen eine Marke überhaupt wahrnehmen, bevorzugen oder ablehnen.

Positionierung sortiert Märkte.

Limbic sortiert Menschen.

Ohne Motivstruktur fehlt der emotionale Kern, der über Vertrauen, Wiederkauf und Preisbereitschaft entscheidet. Marken scheitern nicht an ihrer Strategie – sondern daran, dass sie auf der falschen Motivschiene kommunizieren.

2.

Das Limbic®-Modell kurz umrissen

Das Limbic-Modell basiert auf drei neuropsychologischen Motivsystemen:

Stimulanz

Neugier, Abwechslung, Kreativität, Freiheit.

Dominanz

Leistung, Kontrolle, Durchsetzung, Status.

Balance

Sicherheit, Stabilität, Harmonie, Fürsorge.

Aus diesen drei Systemen entstehen kombinierte Muster wie:

Abenteurer, Hedonisten, Performer, Traditionalisten, Harmoniser, Offene, Disziplinierte.

Diese Motivräume bestimmen, warum zwei objektiv gleiche Marken völlig unterschiedlich wirken.

Kunden entscheiden nach Gefühl – nicht nach Argument.

Wir zeigen Ihnen, welches Motiv Ihre Marke wirklich auslöst und was Sie optimieren sollten.

Motivprofil prüfen
3.

Die Limbic Map als Orientierungspunkt

Um Motivräume verständlich zu machen, nutzen wir die Limbic Map – eine organische, dreipolige Darstellung von Stimulanz, Dominanz und Balance.

Sie zeigt auf einen Blick, warum Marken mit ähnlichen Produkten völlig unterschiedlich wahrgenommen werden und dient als Referenz für alle Beispiele in diesem Playbook.

4.

Wie Marken zu limbischen Mustern werden

Menschen lesen keine Marken – sie fühlen sie.

Das limbische Muster entsteht aus Bildwelt, Farbwelt, Tonalität, Haltung und Kontext.

Eine Marke kann nur einen dominanten Motivkern glaubwürdig besetzen.

Wer mehrere Motive gleichzeitig anspricht, erzeugt Widerspruch.

Wer gegen sein Motiv kommuniziert, verliert Wirkung.

Wer neutral bleibt, verschwindet im Mittelmaß.

5. B2B · Mittelstand · Handwerk

Limbic® in der Praxis 

Premium-B2B (Dominanz + Balance)

Fokus auf Leistung, Präzision, Zuverlässigkeit.

Ergebnis: weniger Preisdruck, klare Erwartungshaltung.

Handwerk (Balance)

Sauberkeit, Nähe, Werte, Verlässlichkeit.

Ergebnis: höhere Abschlussquote und Wiederbeauftragung.

Regional/Einzelhandel (Stimulanz + Balance)

Vielfalt + Heimat.

Ergebnis: stärkere Loyalität und häufigere Wiederkäufe.

Beratung/Dienstleistung (Dominanz)

Struktur, Fachlichkeit, Klarheit.

Ergebnis: höhere Überzeugung bei Entscheidern.

6.

Limbische Muster operativ ausspielen

6.1 Tonalität

  • Stimulanz → lebendig
  • Dominanz → direkt
  • Balance → ruhig

6.2 Bildwelt

  • Stimulanz → dynamisch
  • Dominanz → klar
  • Balance → warm

6.3 Storytelling

  • Stimulanz → Erlebnis
  • Dominanz → Ergebnis
  • Balance → Sicherheit

6.4 Social Media

  • Stimulanz → Impulse
  • Dominanz → Argumente
  • Balance → Nähe

6.5 Website/UX

  • Stimulanz → Inspiration
  • Dominanz → Struktur
  • Balance → Orientierung

6.6 Pricing

  • Stimulanz → flexibel
  • Dominanz → premium
  • Balance → transparent

6.7 Produkte

  • Produkte müssen Motivtreiber unterstützen – nicht neutralisieren.

Limbic® Häufige Fehler bei der Anwendung

  • mehrere Motive gleichzeitig bedienen
  • Motivlogik mit Zielgruppenlogik verwechseln
  • Dominanz zu hart, Balance zu weich kommunizieren
  • Motive „umschminken“ wollen
  • Design nach Geschmack statt nach Motivlogik
  • Kultur und Motiv inkonsistent wähle

8. Mini-Workshop:

Limbic® in wenigen Minuten bestimmen

6 Fragen:

  1. Welche Emotion soll bleiben?
  2. Welche Stärke ist vertraut, welche aufregend?
  3. Was erwarten unsere besten Kunden wirklich?
  4. Welche Signale senden wir unbewusst?
  5. Wo wirken wir widersprüchlich?
  6. Welches Motiv passt nicht zu unserer Kultur?

Ableitungen:

  • 1 Hauptmotiv
  • 1 Nebenmotiv
  • 3 Kommunikationskonsequenzen
  • 3 Produkt-/Servicekonsequenzen

Ergebnis: klares Motivprofil.

WER das falsche Motiv bedient, verliert  – egal wie gut er ist.

Finden wir das echte Motiv Ihrer Marke heraus.

9 Hybrid-Modell

Integration mit Markenachsen 

Markenachsen bestimmen, wie eine Marke wirken soll. Limbic bestimmt, warum Menschen sie wollen.

Das Citylights-Hybrid-Modell verbindet Motivkern und Achsensystem zu einer ganzheitlichen Markenlogik. So entsteht eine Linie, die psychologisch, strategisch und kommunikativ trägt.

10.

Mini-Case

Ein regionaler Anbieter kommunizierte jahrelang Leistungsmerkmale, obwohl Kunden vor allem Sicherheit suchten.

Nach der Motivkorrektur (Balance) → ruhigere Bildwelt, klarere Orientierung, weniger Varianten.

Ergebnis: weniger Preisdruck, stabilere Wiederkäufe, weniger Rückfragen – ohne Produktänderung

12

Fazit

Limbic zeigt, warum Menschen Marken bevorzugen – nicht, warum Marken sich selbst gut finden.

Es ist ein neuropsychologisch stabiles Fundament für Vertrauen, Wiederkauf und Preisbereitschaft.

Wer Marken entlang ihrer Motivkerne führt, kommuniziert präziser.

Darum ist Limbic kein Add-on, sondern ein fehlendes Level der Markenstrategie.

Kunden entscheiden limbisch. Marken sollten es auch tun.

Wenn Sie wissen möchten, welches Motiv Ihre Marke trägt – und warum Kunden wirklich kaufen –, analysieren wir das in einem kompakten 30-Minuten-Motivcheck.

Limbic Motivcheck starten

Hinweis zur Marke Limbic® und Methodik

Limbic® ist eine eingetragene Marke von Gruppe Nymphenburg Consult AG und wurde von Dr. Hans-Georg Häusel entwickelt, der auch viele hervorragende Bücher zu diesem Thema veröffentlicht hat.

Die Darstellung in diesem Playbook basiert auf wissenschaftlich publizierten Grundlagen des Modells und dient ausschließlich der Einordnung, Anwendung und Verdeutlichung seiner Motivlogik im Kontext moderner Markenführung. Wir nutzen das Modell, weil es in der Markenarbeit präziser ist als klassische Zielgruppenlogiken – und weil es seit Jahren robuste Ergebnisse liefert.

Zielgruppenmodelle beschreiben Menschen anhand von Daten. Limbic beschreibt die dahinterliegenden Motivsysteme, die Kaufentscheidungen auslösen.

Ja, aber nur langfristig – und nur entlang echter Kulturveränderungen. Ein Motivwechsel gegen die Realität scheitert immer.

Ja. Entscheider treffen Kaufentscheidungen ebenfalls emotional – sie begründen sie nur rationaler.

5. Warum passt nicht jedes Motiv zu jedem Unternehmen?

Weil Markenwirkung von interner Kultur, Kundenstruktur und Marktlogik mitbestimmt wird. Ein falsches Motiv erzeugt Widerspruch.

Über Bildwelt-Tests, implizite Reaktionen, Content-Analysen und Verhaltensdaten.

Weil Markenwirkung von interner Kultur, Kundenstruktur und Marktlogik mitbestimmt wird. Ein falsches Motiv erzeugt Widerspruch.

Limbic® ist eine eingetragene Marke der Gruppe Nymphenburg Consult AG. Das Modell selbst basiert auf wissenschaftlich veröffentlichten Grundlagen der Motivforschung und der neuropsychologischen Entscheidungsforschung. Die Nutzung der Modelllogik ist eine Denkweise uns somit zulässig, solange keine geschützten Grafiken, Begriffe oder Originalabbildungen eins zu eins übernommen werden. Dieses Playbook verwendet deshalb ausschließlich eigene Formulierungen, eigene Ableitungen und eine eigenständige grafische Umsetzung.

Nein. Die Bücher von Dr. Häusel vertiefen das Verständnis, sind jedoch keine Voraussetzung für die praktische Anwendung.

Das Limbic®-Modell ist strukturell klar genug, um es in Markenführung, Kommunikation und UX anzuwenden, ohne sämtliche Veröffentlichungen zu kennen.

Allerdings profitieren Entscheider davon, die theoretischen Hintergründe wenigstens einmal gesehen zu haben – das schärft die Motiverkennung und verhindert Fehlinterpretationen.

Das zugrundeliegende Motivsystem bleibt unverändert. Citylights erweitert das Modell um operative Anwendungen: Tonalität, Bildwelt, Produktlogik, Pricing, UX und Markenachsen.

Der Kern (Stimulanz, Dominanz, Balance) bleibt vollständig erhalten – die Anwendung wird jedoch stärker auf Markenführung, Vertrieb und Kommunikation übertragen.

Diese Kombination erhöht die Praxistauglichkeit und verringert Fehlentscheidungen im Alltag.

Limbic® gilt als eines der stabilsten und bestvalidierten Modelle im deutschsprachigen Markt.

Der Vorteil gegenüber anderen Frameworks: Es basiert auf neuropsychologischen Motivsystemen, nicht auf situativen Personas, Meinungen oder Zielgruppeninterviews.

Dadurch bleibt es robust – auch bei wechselnden Märkten, neuen Kanälen und unterschiedlichen Kundensegmenten.

Ja – und genau das macht Markenführung präzise. Limbic zeigt den Motivkern.

Markenachsen zeigen die strategische Linie.

Positionierung beschreibt die Marktrolle.

Erst zusammen entsteht ein vollständiges Bild, das emotional trägt, rational überzeugt und kommunikativ klar bleibt.

Grundsätzlich ja, da das Modell auf universellen neuropsychologischen Mechanismen basiert.

Kulturelle Unterschiede verändern jedoch die Ausprägung der Motive – nicht die Motive selbst.

Entscheidend ist, wie ein Motiv im jeweiligen Kulturraum interpretiert wird.

Beispiel: Dominanz wirkt in Mitteleuropa anders als in Südeuropa oder Asien – bleibt aber Dominanz.

Nein, eine Marke benötigt einen klar dominanten Motivkern.

Ein Nebenmotiv kann unterstützend wirken (z. B. Dominanz + Balance), aber Mehrfachpositionierungen verwässern das Bild.

Das menschliche Gehirn sucht Muster – keine Multifunktionsmarken.

Hinweise sind:

  • hoher Preisdruck
  • niedrige Wiederkaufraten
  • unklare Markenwahrnehmung
  • viele „Erklärtexte“
  • häufige Missverständnisse
  • wiederkehrende Kommunikationskonflikte
  • inkonsistente Bildwelten

In solchen Fällen stimmt meist die limbische Codierung nicht.

Über diese Playbooks

Die hier veröffentlichten Playbooks vertiefen strategische Fragestellungen rund um Marke, Marketing und Kommunikation. Sie übersetzen Wirkmechaniken, Entscheidungslogiken und psychologische Zusammenhänge in strukturierte Denk- und Handlungsrahmen.

Die Inhalte basieren auf über drei Jahrzehnten praktischer Arbeit, analytischer Auswertung realer Markt- und Projekterfahrungen sowie fundierter strategischer Beobachtung. Sie erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit, sondern dienen der Orientierung bei komplexen Entscheidungsprozessen.

Entstanden sind diese Playbooks im Kontext realer Projekte und strategischer Aufgabenstellungen, wie sie Unternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung im deutschsprachigen Raum begegnen. Aus Gründen der Vertraulichkeit, Compliance und Kundenschutzes können viele Erkenntnisse nicht anhand eigener Projekte dargestellt werden und werden daher teilweise anhand externer Beobachtungen, öffentlicher Kampagnen oder allgemein zugänglicher Beispiele erläutert.

Alle genannten Marken, Unternehmen und Bezeichnungen sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Die Nennung dient ausschließlich der fachlichen Einordnung und Illustration. Citylights steht in keinem wirtschaftlichen oder organisatorischen Verhältnis zu den genannten Firmen oder Marken, sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet.

© Werbeagentur Citylights® – Nutzung, Zitat und Weiterverwendung nur mit Quellenangabe.