Marken-Positionierungsradar
Klarheit über das echte Markenprofil
Die meisten Marken halten sich für klar positioniert.
Das Marken-Positionierungsradar zeigt fast immer das Gegenteil.
Es macht sichtbar, wo Marken sich falsch einschätzen, wo sie unterschätzt werden – und wo blinde Flecken entstehen, die im Alltag niemand bemerkt.
Was das Marken-Positionierungsradar ist – und was nicht
Was es ist
Ein mehrdimensionales Analysewerkzeug, das Marken über mehrere relevante Leistungs- und Wahrnehmungsachsen sichtbar macht.
Es zeigt das tatsächliche Profil einer Marke – präziser und nüchterner als jede Selbstbeschreibung.
Was es nicht ist
- Kein psychologisches Motivmodell wie Limbic®.
- Keine kreative Stilübung.
- Kein interner Wunschzettel.
- Es misst Realität, nicht Hoffnung.
Wofür es gemacht ist
- Um Klarheit zu erzeugen.
- Um Selbstbild und Marktbild strukturiert zu vergleichen.
- Um Übertreibungen und Unterschätzungen zu erkennen, bevor sie teuer werden.
- Und um Budgets dorthin zu lenken, wo sie Wirkung erzeugen.
Wofür das Marken-Positionierungsradar wirklich gut ist
- Selbstbild vs. Marktbild vergleichen
- Wettbewerbsprofil strukturiert abbilden
- Positionierungsversprechen auf Substanz prüfen
- Overclaim identifizieren („wir sind überall stark“)
- Underclaim erkennen (Marke ist besser als wahrgenommen)
- Kommunikationslinien schärfen
- Fokusachsen definieren
- Produkt-, Service- und Vertriebslogik präzisieren
- Fortschritt messbar machen
Im Mittelstand und B2B ist das Radar oft das erste Tool, das zeigt, warum Botschaften nicht wirken, obwohl Produkte stark sind.
Aufbau des Marken-Positionierungsradars
Wir arbeiten mit 9 belastbaren Markenachsen, die sich in über 30 Jahren als zuverlässig erwiesen haben:
- Qualität
- Preisposition
- Innovation
- Zuverlässigkeit / Verlässlichkeit
- Emotionalität / Markenwärme
- Nähe / Kundenorientierung
- Kompetenz / Fachlichkeit
- Tempo / Reaktionsgeschwindigkeit
- Servicegrad / After-Sales
Diese Achsen decken harte Leistungsmerkmale ebenso ab wie psychologische Wahrnehmungstreiber.
Wie man das Radar richtig nutzt
Interne Bewertung
- 3–7 Führungskräfte
- unabhängig
- anonym
- ohne Diskussion
- Median statt Durchschnitt (reduziert Ausreißer)
Externe Bewertung
- reale Kunden
- Wahrnehmung statt „Gefallen“
- getrennte Erhebung
- keine Moderation
Wettbewerbsprofil
- gleiche Achsen
- gleiche Skala
- gleiche Definition
- keine Interpretation während der Erhebung
Typische Fehler
- Wunschdenken
- zu viele Achsen
- falsche Skalen
- Radar als Deko statt Analyse
- „wir sind überall gut“ (statistisch unmöglich)
Praxisbeispiele
A) Premium-B2B (Engineering)
Interneinschätzung: hohe Kompetenz, hohe Qualität.
Marktbild: hohe Qualität, aber schwache Innovationswahrnehmung.
Konsequenz: gezielte Innovationskommunikation → weniger Preisdruck, mehr Projektanfragen.
B) Mittelstand / Handwerk
Selbstbild: zuverlässig & nah.
Marktbild: Nähe hoch, Kompetenz unterschätzt.
Konsequenz: Fachcontent + klare Bildwelt → höhere Erstkontaktqualität.
C) Regionalanbieter
Selbstbild: freundlich & modern.
Marktbild: freundlich ja, modern nein.
Konsequenz: Relaunch + Markenachse → bessere Wiedererkennung.
D) E-Commerce
Selbstbild: Service stark.
Marktbild: Service mittel, Tempo schwach.
Konsequenz: Prozessoptimierung + UX → weniger Abbrüche.
Muster im Radar – und was sie bedeuten
Die „Säge“
Viele starke + schwache Ausschläge → Marke ist sichtbar, aber inkonsistent.
Der „Punkt“
Alles mittig → unklar, austauschbar.
Der „Kranz“ (Überclaim)
Alles oben → Wunschbild, nicht real.
Die „Kuppel“
2–3 klare Stärken, Rest solide → glaubwürdige Positionierung.
Der „Riss“
Große Differenz zwischen Selbst- und Marktbild → Kommunikationsfehler.
Von der "Spinne" zur Strategie
Ein Radar ist kein Poster – es ist eine Roadmap.
- 1–2 Kernachsen bestimmen
- Widersprüche eliminieren
- Kommunikation konsequent an der Kernachse ausrichten
- Produkt/Service anpassen
- Pricing & Angebot plausibilisieren
- Re-Check nach 3–12 Monaten
Ergebnis: ein fokussiertes, widerspruchsfreies Markenprofil.
Integration mit Markenachsen & Limbic®
- Radar zeigt, was die Marke ist.
- Markenachsen zeigen, wie sie wirken soll.
- Limbic zeigt, warum Kunden sie wollen.
Drei Ebenen, die sich ergänzen – keine ersetzt die andere.
So wird das Radar belastbar
1. So wird das Radar belastbar (Methodik-Sicherung)
- Einheitliche Skala
- Klare Endpunkte („1 = sehr gering / 7 = sehr stark“).
- Fixierte Achsendefinitionen
- Eindeutige Beschreibungen verhindern Interpretationsfehler.
- Median statt Durchschnitt
- Stabilere Werte, weniger Verzerrung.
- Getrennte Perspektiven
- Selbstbild, Marktbild und Wettbewerber immer separat.
- Regelmäßige Wiederholung
- Ein Radar ist erst im Zeitverlauf wirklich aussagekräftig.
Geltungsbereich & Grenzen
Das Radar ist ein Diagnoseinstrument – kein Motivmodell, kein Markenversprechen und kein Ersatz für Markt- oder Finanzdaten.
Es zeigt, wie eine Marke wahrgenommen wird, aber nicht warum diese Wahrnehmung entsteht.
Erst in Verbindung mit Markenachsen, Limbic®, echten Leistungsdaten und Wettbewerbsfakten entsteht ein vollständiges Markenbild.
Wissenschaftliche Einordnung & Kritikpunkte
Radar-Charts sind interpretativ anfällig, wenn Methodik fehlt:
- Flächen wirken größer/kleiner als die Daten
- Achsenreihenfolge beeinflusst Form
- unklare Skalierung verzerrt Ausschläge
Citylights minimiert diese Risiken durch:
- fixierte Reihenfolge
- klar definierte Skalen
- Median-Werte
- zusätzliche numerische Tabellen
- Re-Check durch externe Wahrnehmungsdaten
Damit wird das Radar zu einem belastbaren Analysewerkzeug, nicht zu einer grafischen Fingerübung.
Marken-Positionierungsradar Kurzfassung
Das Marken-Positionierungsradar zeigt, wie eine Marke auf mehreren zentralen Achsen tatsächlich wahrgenommen wird.
Es vergleicht Selbstbild und Marktbild, macht blinde Flecken sichtbar und zeigt, wo Über- oder Untertreibungen entstehen.
Das Ergebnis sind zwei Fokusachsen, ein klarer Maßnahmenplan und ein messbarer Fortschritt im Zeitverlauf.
Praxisbezug
Wir nutzen das Marken-Positionierungsradar seit über zwei Jahrzehnten in Marken-, B2B- und Mittelstandsprojekten – und es ist häufig der Punkt, an dem Unternehmen zum ersten Mal ein ehrliches, objektives Bild ihrer Marke erhalten.
Outcome-Block
Ein Marken-Positionierungsradar liefert kein schönes Bild, sondern eine Entscheidungsvorlage.
Am Ende stehen drei Resultate:
- Zwei strategische Kernachsen
- Ein präziser Maßnahmenplan
- Ein Fortschritts-Re-Check nach 90–180 Tagen
Damit wird Markenführung steuerbar – und nicht vom Bauchgefühl abhängig.
Mini-Glossar
Überclaim
Wenn eine Marke mehr verspricht, als sie leisten oder glaubwürdig vermitteln kann. Ein Radar zeigt diese Übertreibungen frühzeitig.
Selbstbild / Marktbild
Selbstbild = interne Wahrnehmung eines Unternehmens.
Marktbild = externe Wahrnehmung durch Kunden.
Je größer die Abweichung, desto größer der Handlungsbedarf.
Markenfokusachse
Die zentrale Achse, die eine Marke langfristig tragen soll – etwa Qualität, Kompetenz oder Nähe. Eine Marke kann nur eine bis zwei Fokusachsen glaubwürdig besetzen.
FAQ
Indem interne Einschätzungen bewusst von externen Wahrnehmungen getrennt werden.
Ein realistisches Bild entsteht erst, wenn:
- Führungskräfte die Marke anonym bewerten, ohne dass ihre Antworten diskutiert oder „harmonisiert“ werden.
- Kunden dieselben Achsen bewerten, idealerweise anonym und ohne Markenpräsentation – sonst entsteht ein Bewertungs-Bias.
- Wettbewerber parallel bewertet werden, damit sichtbar wird, ob Wahrnehmungen relativ oder absolut verzerrt sind.
- Medianwerte genutzt werden, damit Ausreißer oder interne Machtstrukturen die Ergebnisse nicht künstlich verbiegen.
- Ein zweiter Messzeitpunkt nach 6–12 Monaten Vergleichbarkeit erzeugt.
Das Ergebnis ist ein Abbild der Realität, das nicht durch Wunschdenken, interne Politik oder Einzelfälle verzerrt wird – und genau deshalb häufig die wichtigste Grundlage für strategische Entscheidungen bildet.
Für drei zentrale Zwecke:
1. Wahrnehmung sichtbar machen:
Viele Stärken sind intern sichtbar, aber extern unsichtbar. Das Radar zeigt, welche Botschaften nicht ankommen, welche Werte übersehen werden und welche Überzeugungspunkte fehlen.
2. Prioritäten erzwingen:
Marketing und Geschäftsführung diskutieren selten über Daten – aber sehr oft über Geschmack.
Ein Radar schafft Ordnung: Welche Achsen tragen die Marke wirklich? Wo lohnt es sich zu investieren? Wo muss man aufhören?
3. Wettbewerb darstellen:
Bei gleichem Achsenset wird sofort sichtbar, wo Wettbewerber dominieren, wo sie schwach sind und wo echte Marktlücken bestehen.
Der Vergleich zeigt auch, ob ein Unternehmen „gleich gut“ ist – oder nur glaubt, gut zu sein.
Sieben bis neun Achsen sind optimal, weil:
- weniger → wichtige Dimensionen fehlen, die Marke wird zu flach bewertet
- mehr → die Analyse verwässert, Muster verschwinden, Entscheidungen werden schwerer
Die Kunst liegt nicht in der Anzahl der Achsen, sondern in ihrer klaren Definition.
Beispiel:
„Kompetenz“ wirkt nur als Achse, wenn alle Bewerter dieselbe Definition nutzen – etwa Fachlichkeit + Problemtiefe + Lösungsgeschwindigkeit.
Ja – und genau dafür wurde das Instrument ursprünglich entwickelt.
Der Mehrwert entsteht, weil:
- es eine objektive Sicht auf den Wettbewerb erzeugt, statt subjektive Einschätzungen wie „die sind stark im Design“
- strategische Chancen sichtbar werden, die im Alltag übersehen werden
- Preisverhandlungen realistischer werden, weil Stärken klarer begründet werden können
- Kommunikation differenzierter wird, statt gegen den Wettbewerb „blind“ anzurennen
- Angebotsarchitektur präziser wird, weil man weiß, wo Alleinstellung entsteht – und wo nicht
Ein sauberer Wettbewerbsvergleich ist oft der wichtigste Datenpunkt für Positionierung und Pricing.
Mindestens alle 6–12 Monate, weil Wahrnehmung schneller driftet als Unternehmensleistung.
Drei Gründe:
- Marktveränderungen: Neue Wettbewerber, neue Produkte, neue Erwartungen.
- Kommunikations-Drift: Marken laufen oft unbemerkt auseinander – unterschiedliche Kampagnen erzeugen unterschiedliche Wahrnehmungen.
- Wachstum & Skalierung: Je größer das Unternehmen, desto stärker fragmentieren Selbstbilder intern.
Ein zweiter Messpunkt zeigt, ob Maßnahmen wirken – oder ob Kommunikation, Service oder Produkt weiter nachjustiert werden müssen.
- Radar: zeigt den aktuellen Zustand der Marke.
- Markenachsen: definieren, wohin die Marke sich entwickeln soll.
Das Radar misst die Realität, Markenachsen formulieren den Anspruch.
Gemeinsam verhindern sie, dass Marken:
- Ziele formulieren, die sie nicht tragen können
- Versprechen abgeben, die keine Basis haben
- Investitionen falsch priorisieren
- oder „alles auf einmal“ sein wollen
Ohne Radar fehlt die Diagnostik, ohne Markenachsen fehlt die Richtung.
Limbic beschreibt emotionale Kauf- und Entscheidungsmotive.
Das Radar beschreibt wahrgenommenen Status.
- Limbic = Warum Kunden kaufen
- Radar = Wie die Marke heute wirkt
- Markenachsen = Wie sie wirken soll
Eine Marke kann im Radar stark erscheinen, aber Limbic-logisch falsch codieren – und umgekehrt.
Erst alle drei Systeme ergeben eine vollständige, psychologisch stabile Markenführung.
Weil sie falsch angewendet werden:
- Bewertungsfehler: Achsen werden nicht genau definiert, Bewerter interpretieren unterschiedlich.
- Skalenfehler: 1–10 ohne Endpunktdefinition führt zu subjektivem Chaos.
- Manipulationsfehler: Gruppen diskutieren vorher – und passen sich unbewusst an.
- Wunschbilder: Marken werten sich intern zu hoch ein.
- Fehlende Wiederholung: Ein Radar ohne Zeitvergleich ist nur eine Momentaufnahme.
- Gestaltungsfehler: Die Radarform wirkt emotionaler als die Daten – ignorierte Achsen wirken „schwach“, obwohl sie strategisch irrelevant sein können.
Ein Radar funktioniert nur, wenn es ehrlich, standardisiert und regelmäßig eingesetzt wird.