Was will ich als Unternehmer?

WARUM ARBEITGEBER KEINE BEWERBER BEKOMMEN

Es zählt, wie der Empfänger deine Nachricht versteht, und „Wir suchen dich“ sagt nichts über Haltung, Führung, Entscheidungen oder Kultur. Es reduziert Menschen auf Bedarfsträger statt auf Verbündete.

A-Mitarbeiter lesen darin:

  • Unklarheit
  • Austauschbarkeit
  • Mittelmaß

Menschen mit Optionen reagieren nicht auf Bitten, sie möchten dazugehören. Nicht zu irgendeinem Unternehmen, sondern zu einem, das sie verstehen – und das sie versteht, wertschätzt und dessen Werte sie teilen.

Wir verbringen oft mehr Zeit mit unserem Arbeitgeber als mit unserem Partner, und trotzdem wissen viele Bewerber nicht, wofür ein Unternehmen steht, welche Werte dort wirklich gelten und welchen Weg es geht.

Dieses fehlende Bild erzeugt Unsicherheit, und Unsicherheit erzeugt Distanz. Ein essenzieller Punkt ist: Wenn du A-Mitarbeiter suchst, kannst du diese nicht mit B- oder C-Mitarbeitern oder solchem Umfeld kombinieren. Leistungsstarke, anspruchsvolle Menschen benötigen ein A-Umfeld – in Führung, Klarheit, Entscheidungen und Kultur.

Vor diesem Hintergrund zeigt ein Beispiel aus der Praxis, was das im Alltag konkret bedeutet:Dirk Kreuter hat hierzu ein tolles Video aufgenommen, das in einer kurzen Geschichte aufzeigt, was mit A-Mitarbeitern gemeint ist.

Der Unterschied liegt nicht in der Aufgabe, sondern im Zielverständnis. A-Mitarbeiter fragen nach dem Wofür, nicht nur nach dem Was. Fehlt diese Orientierung, entstehen keine schlechten Mitarbeiter – sondern falsche Erwartungen.

„Sie bekommen Bewerbungen von Menschen, die wirklich passen – weil Ihre Arbeitgebermarke endlich zeigt, wie Sie arbeiten und wofür Sie stehen.“

Citylights
Mitarbeiter suchen Klarheit

Die Wahrheit über Arbeitgebermarken

Gehalt ist selten der Grund, warum Menschen bleiben. Menschen bleiben, wenn sie Orientierung spüren, wenn sie stolz sagen können: „Da gehöre ich hin.“

Arbeitgebermarken funktionieren nach denselben psychologischen Prinzipien wie Kundenmarken:

  • sie schaffen emotionale Sicherheit,
  • sie vermitteln Erwartungsklarheit,
  • sie bieten Identität und Sinn.

Daniel Kahneman beschreibt, dass unser Gehirn Entscheidungen selten rational trifft. Wir greifen zu emotionalen Abkürzungen – sogenannten Heuristiken. Wenn ein Unternehmen klare Werte zeigt, entsteht Verlässlichkeit. Wenn es diffus wirkt, entsteht Stress.

Eine starke Arbeitgebermarke zieht keine Masse an, sondern Menschen, die passen – fachlich, menschlich und kulturell.

Was sollte ein Arbeitgeber bieten?

Was Mitarbeiter wirklich suchen

Mitarbeiter wollen keine Hochglanzbroschüren und auch keine austauschbaren Claims. Sie wollen Haltung. Sie wollen wissen, wie ihr Unternehmen tickt, wie Konflikte gelöst werden, wie geführt wird und wie Entscheidungen getroffen werden.

Menschen entscheiden sich im Berufsleben wie in Beziehungen: nicht für Vermögen, sondern für Charakter, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Es geht um ihre Lebensplanung, nicht mehr und nicht weniger.

Das erklärt auch, warum Employer Branding kein Personalmarketing ist – es ist Identitätsarbeit. Und sie wirkt nach innen stärker als nach außen.

Erfahre, wie du Mitarbeiter nicht findest, sondern gewinnst.

zur Arbeitgebermarke
Die psychologischen Gründe:

WARUM MITARBEITER ZÖGERN, SICH ZU BEWERBEN

Viele unzufriedene Menschen bleiben dennoch im gleichen Job. Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman erklärt das mit zwei zentralen psychologischen Effekten:

1. Der Status-quo-Bias

Wir überschätzen das, was wir haben – selbst wenn es uns unglücklich macht. Veränderung fühlt sich riskant an, auch wenn die Chance objektiv größer ist als die Gefahr.

2. Verlustangst schlägt Gewinnchance

Ein möglicher Verlust wiegt psychologisch stärker als ein möglicher Gewinn. Ein Jobwechsel bedeutet neue Abläufe, neue Regeln, neue Menschen. Das Gehirn bewertet das als potenzielle Bedrohung.

Wer heute Schwierigkeiten hat, stabile Mitarbeiter zu gewinnen, hat selten ein reines Bewerberproblem, sondern ein Orientierungsproblem: Menschen wissen nicht, wofür das Unternehmen steht, wie geführt wird und worauf sie sich wirklich einlassen.

Genau deshalb funktionieren klassische Stellenanzeigen nicht.

„Wir suchen dich“ ist kein Angebot, sondern ein Hilferuf. Er sagt nichts über Haltung, Führung oder Entscheidungen – nur über Bedarf. Für leistungsstarke Mitarbeiter ist das kein Signal von Sicherheit, sondern von Austauschbarkeit.

Darum kündigen viele Mitarbeiter nicht körperlich, mental haben sie das längst getan. Nicht, weil sie ihr Unternehmen grundsätzlich ablehnen – sondern weil sie sich schützen. Sie kennen dich nicht gut genug, sie wissen nicht, was sie wirklich erwartet, oder sie vertrauen dir noch nicht.

Und wie bei jeder echten Entscheidung gilt auch hier: Nein heißt oft nicht Ablehnung, sondern das Akronym für: „Noch ein Impuls nötig“.

Wer dieses Zögern versteht, erkennt: Es geht nicht um bessere Anzeigen, sondern um bessere Orientierung.

Handlungsmöglichkeiten

WAS UNTERNEHMEN DAGEGEN TUN KÖNNEN

Bewerber brauchen Sicherheit. Das Gefühl: „Wenn ich diesen Schritt gehe, weiß ich, woran ich bin.“ Deshalb funktionieren Arbeitgebermarken genauso wie Kundenmarken: Sie reduzieren Unsicherheit und geben Orientierung.

Das gelingt, wenn:

  • Werte klar sichtbar sind
  • Menschen sofort spüren: „So arbeiten die – das passt zu mir“
  • die Kommunikation ehrlich, nah und greifbar ist
  • Bewerber eine Vorstellung davon bekommen, wie sich der Alltag anfühlt
  • der erste Kontakt nicht wie ein Auswahlverfahren wirkt, sondern wie ein Gespräch unter Menschen

So entsteht Vertrauen, bevor der erste Arbeitstag beginnt.

Fazit

WARUM MARKE UND KULTUR UNTRENNBAR SIND

Eine starke Arbeitgebermarke entsteht nicht im Marketing – sie entsteht im Alltag. In Gesprächen auf dem Flur, in Meetings, in Entscheidungen, die niemand sieht. Psychologisch betrachtet ist Kultur ein System von „inneren Abkürzungen“: Menschen orientieren sich an Werten, die ihnen helfen, Situationen zu deuten (Sense-Making).

Wenn Mitarbeiter klar verstehen, wofür ein Unternehmen steht, reduziert das die kognitive Belastung. Entscheidungen fallen leichter, Konflikte werden kleiner, Verantwortung wächst. Genau deshalb wirken Marken, die im Inneren verankert sind, stabiler und menschlicher.

Eine Marke, die nur nach außen funkelt, bleibt eine Tapete. Eine Marke, die im Inneren verstanden wird, wird ein Kompass. Sie bietet Richtung, ohne einzuengen. Sie schafft Halt, ohne starr zu werden. Und genau deshalb bleiben Menschen dort, wo die Werte mit ihrem eigenen inneren Kompass übereinstimmen.

Arbeitgebermarke entwickeln – Beratung sicher

kostenloses Strategiegespräch

Über diese Insights

Die hier veröffentlichten Insights befassen sich mit strategischen Entscheidungsfragen rund um Marke, Marketing und Kommunikation. Sie analysieren Strukturen, Wirkmechaniken und typische Fehlannahmen, die in unterschiedlichen Unternehmensphasen auftreten können – basierend auf unserer langjährigen Erfahrung aus zahlreichen Projekten.

Insights liefern keine allgemeingültigen Rezepte, weil es sie nicht gibt.

Stattdessen schaffen sie Verständnis für Zusammenhänge, hinterfragen gewohnte Denkmuster und zeigen, warum wirksame Kommunikation heute Analyse, Erfahrung und fachlich fundierte Konzepte erfordert. Die Inhalte basieren auf Beobachtungen und Erkenntnissen aus über drei Jahrzehnten praktischer Arbeit im Marketing- und Kommunikationsumfeld. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern machen Denkmodelle und Zusammenhänge sichtbar, die langfristige Wirkung entfalten können.

Entstanden sind diese Perspektiven im Kontext realer Projekte und Fragestellungen, wie sie Unternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung im deutschsprachigen Raum begegnen. Aus Gründen der Vertraulichkeit und Compliance können viele dieser Erkenntnisse nicht anhand eigener Projekte dargestellt werden und werden daher teilweise anhand externer Beobachtungen, Kampagnen oder öffentlich zugänglicher Beispiele erläutert.

Alle genannten Marken sind Eigentum der jeweiligen Unternehmen. Citylights steht in keinem wirtschaftlichen oder organisatorischen Verhältnis zu den genannten Firmen oder Marken.

© Werbeagentur Citylights® – Nutzung, Zitat und Weiterverwendung nur mit Quellenangabe