Menschen hören nicht zu wenig zu – Marken reden zu viel.
Kommunikation folgt Prinzipien, die sich in anderen Bereichen unverändert wiederfinden – im Marketing, in der Führung, im Verkauf und im Alltag.
Manchmal übersieht man diese Prinzipien im Büro, aber draußen, in echten Situationen, werden sie unübersehbar.
Und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf ein Beispiel, das scheinbar nichts mit Werbung zu tun hat – und doch alles damit.
An Bord habe ich eine Szene beobachtet, die das auf den Punkt bringt.
Eine Crew übte ein einfaches Manöver.
Der Ausbilder erklärte: Abläufe, Hintergründe, Hinweise.
Alles sinnvoll, alles gut gemeint.
Dann entstand eine Gefahrensituation.
Ein kurzes, klares Kommando.
Und trotzdem reagierte niemand sofort.
Nicht aus Unaufmerksamkeit.
Nicht aus mangelnder Ausbildung.
Sondern, weil der Kopf zu diesem Zeitpunkt längst voll war.
Der Alarm wurde zu einem weiteren Geräusch – nicht zum Signal.
Genau dort wurde mir ein altes Grundgesetz der Werbung wieder klar vor Augen geführt:
Wenn alles wichtig klingt, kommt nichts mehr an.
Dieser Mechanismus ist seit Jahrzehnten wissenschaftlich belegt – und doch wird er jeden Tag ignoriert:
- Signal-Rausch-Effekt: Zu viel Information macht jede Botschaft schwächer.
- Cognitive Load: Ein überlastetes Arbeitsgedächtnis blendet selbst Relevantes aus.
- Stress-Fokus: Unter Druck schafft das Gehirn nur noch Einzelimpulse.
- Information Overload: Mehr Inhalt erzeugt weniger Handlung.
Was an Bord passierte, passiert überall:
Warnungen kommen nicht an.
Claims verpuffen.
Newsletter werden überflogen.
Plakate verlieren ihren Fokus.
Einladungen überladen sich selbst.
Mails verschwinden zwischen anderen.
Präsentationen rauschen vorbei.
Nicht, weil Menschen nicht zuhören.
Sondern, weil die Kommunikation zu viel sagt.
Dieses Insight zeigt das Problem, unseren Lösungsansatz in unserem Playbook.