1.

Executive Summary

Ein Funnel ist kein Formularweg. Er ist eine Wahrnehmungsarchitektur, die darüber entscheidet, ob Menschen Vertrauen fassen – oder abbrechen. Dieses Playbook zeigt, wie Funnels wirken, wenn sie psychologisch sauber gebaut sind. Ohne Technikfetisch, ohne DIY-Rezepte, ohne Citylights ersetzbar zu machen.

2.

Strategische Bedeutung

Ein starker Funnel verändert Verhalten:

  • Leads werden relevanter
  • Entscheidungen schneller
  • Preise logischer
  • Gespräche kürzer
  • Marke stabiler

Schwache Funnels sorgen für:

  • viele Klicks, wenig Conversion
  • viele Leads, aber wenig Qualität
  • genervten Vertrieb
  • unklaren Eindruck

Die Ursache ist selten die Technik. Die Ursache ist fast immer die Wahrnehmungslogik.

3. Die Mechanik

psychologische Prinzipien

  1. Aufmerksamkeit ist nur der Startpunkt
  2. Der Mere-Exposure-Effekt (Zajonc) zeigt: Menschen vertrauen erst, wenn ihnen etwas vertraut vorkommt – nicht, wenn es nur auffällt.
  3. Reibung zerstört Entscheidungen
  4. Die Cognitive-Load-Theory (Sweller) belegt: Zu viele Informationen überlasten das Gehirn → Abbruch.
  5. Sicherheit schlägt Argumente
  6. Online-Vertrauensforschung (Gefen/Karahanna/Straub): Menschen konvertieren, wenn sie sich sicher fühlen – nicht, wenn sie alles verstanden haben.
  7. Orientierung ist Psychologie, nicht UX
  8. Thaler & Sunstein zeigen: Entscheidungen werden leichter, wenn der Weg eindeutig ist.

4.

4. Die Funnel-Architektur – Citylights-Modell

Ebene 1 – Die Bühne: Startpunkt jeder Wahrnehmung: Ton, Ruhe, Klarheit. Vertrautheit erzeugt Sicherheit (Zajonc).

Ebene 2 – Der Führungsimpuls: Der Nutzer spürt die Richtung: „Hier geht’s lang – ohne Druck.“

Ebene 3 – Emotionale Stabilisierung: Entscheidungsangst sinkt, wenn Sprache, Bildwelt und Struktur stimmig wirken.

Ebene 4 – Die Entscheidung: Nicht „Kaufen“, sondern: „Das fühlt sich richtig an.“

5. Reifegrad-Modell für Funnels

  1. Aktionismus: Kampagnen ohne System.
  2. Struktur: Funnel existiert, wirkt aber zufällig.
  3. Conversion-Fokus: Erste Optimierung, erste Klarheit.
  4. Psychologische Lenkung: Funnel führt, statt nur zu funktionieren.
  5. Wahrnehmungsarchitektur: Der Funnel fühlt sich an wie ein Gespräch. Die Marke trägt – nicht das Formular.

Playbooks erklären Stufe 3–4, Citylights baut in der Regel Stufe 5.

6. Entscheidungsrahmen

die 4 Masterfragen

  1. Was soll der Nutzer am Ende glauben?
  2. Nicht: „Was soll er tun?“
  3. Welche Angst blockiert ihn?
  4. Fehlentscheidung, Zeitverlust, Komplexität.
  5. Welche Sicherheitsindikatoren sind sichtbar?
  6. Absender, Klarheit, Konsequenz, Ruhe.
  7. Welche Story bringt ihn in Bewegung?
  8. Menschen folgen Erzählungen, nicht Buttons.

7. Achtung

Die 7 tödlichen Funnel-Reibungen

  • Informationsüberfluss (Sweller)
  • Unklare Erwartungen
  • Visuelle Überladung
  • Generische Aussagen
  • Bruch zwischen Ad und Landing
  • Fehlende soziale Sicherheit
  • Marketing-Sprache statt Menschensprache

Jede dieser Reibungen kostet Conversion – unabhängig vom Produkt.

8. Der oft vergessene Faktor:

Materialien & Wahrnehmung 

Funnel sind digital – aber sie werden über analoge Wahrnehmung interpretiert. Studien zur Materialwirkung zeigen: Verpackung, Haptik und Material verändern die Qualitätswahrnehmung, selbst wenn der Inhalt identisch bleibt.

Das gilt übertragen auf:

  • PDFs
  • Whitepaper
  • Screenshots
  • Produktfotos
  • UI-Elemente
  • sichtbare Tools und Umfelder

Ein Etikett aus recyceltem Ozeanplastik erzählt Werte. Ein steriles Standard-PDF erzählt Austauschbarkeit. Material ist Botschaft. Digital wie Analog.

9. Komplexe Systeme

wo Funnels wirklich brechen

Je mehr Beteiligte, desto größer die Bruchstellen:

  • Ads sprechen anders als die Website
  • Website spricht anders als das Formular
  • Formular spricht anders als Follow-up
  • Vertrieb spricht anders als Marketing

Dann entsteht kein Funnel. Dann entsteht Reibung.

10.

Die Generik-Falle

Viele Unternehmen nutzen:

  • Standardlayouts
  • Standardtexte
  • Standard-PDFs
  • Standard-Funnel-Baukästen

Sie wollen „skalieren“ – doch sie skalieren Beliebigkeit. Generik wirkt wie ein Bekenntnis zu Mittelmaß. Nutzer spüren das – auch ohne Worte.

11. Fallstudie:

der Unterschied zwischen Menge und Qualität

Ein B2B-Unternehmen generierte viele Leads. Nur passte kaum einer.

Ursachen:

  • Ads emotional
  • Landing sachlich
  • Follow-up generisch
  • Formulare zu lang

Nach einer psychologischen Neuausrichtung:

  • Leads halbiert
  • Relevanz verdreifacht
  • Vertrieb entlastet
  • Marke wirkt stärker

Ein guter Funnel zieht nicht mehr an – er filtert besser.

12.

Quick Wins

  • weniger Optionen
  • klarer nächster Schritt
  • ruhige Bühne
  • konsistente Tonalität
  • frühe Sicherheit
  • kurze Formulare

Alle großen Conversion-Studien bestätigen: Weniger Reibung → mehr Entscheidungen.

13.

Warnsignale

  • Nutzer scrollen, aber klicken nicht
  • Leads passen nicht
  • Gespräche dauern zu lange
  • Marke wirkt beliebig
  • falsche Erwartungshaltung im Vertrieb
  • Funnel klingt nicht nach der Marke

Das ist kein Marketingproblem, es ist in der Regel ein Wahrnehmungsproblem.

14. 

FAQ

  • „Reicht guter Content?“ - Nein. Ohne Klarheit entsteht keine Entscheidung.
  • „Kann man Funnel intern bauen?“ -Ja – Architektur nein.
  • „Ist Technik entscheidend?“ - Nur als Infrastruktur. Psychologie entscheidet.
  • „Wie sichtbar ist das alles?“ - Bewusst selten. Unbewusst immer.

15.

Citylights-Haltung

Ein Funnel soll sich nicht wie Marketing anfühlen. Er soll sich wie ein Gespräch anfühlen, bei dem der Nutzer spürt: „Das passt. Das ist sicher. Das ist logisch.“ Genau dafür bauen wir ihn.

Über diese Playbooks

Die hier veröffentlichten Playbooks vertiefen ausgewählte strategische Fragestellungen rund um Marke, Marketing und Kommunikation. Sie übersetzen grundlegende Zusammenhänge, Entscheidungslogiken und Wirkmechaniken in strukturierte Denk- und Handlungsrahmen.

Die Inhalte basieren auf Beobachtungen und Erfahrungen aus über drei Jahrzehnten praktischer Arbeit im Marketing- und Kommunikationsumfeld. Sie erheben keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit, sondern dienen als Orientierungshilfe für komplexe Entscheidungsprozesse.

Entstanden sind diese Playbooks im Kontext realer Projekte und wiederkehrender Fragestellungen, wie sie Unternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung im deutschsprachigen Raum begegnen.

© Werbeagentur Citylights® – Nutzung, Zitat und Weiterverwendung nur mit Quellenangabe.

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